Psychotherapie bei Angststörungen und Panikattacken in Göttingen
Wenn die Angst sich dem Verstand widersetzt
Viele Menschen mit einer Angststörung wissen auf rationaler Ebene, dass von einer bestimmten Situation keine unmittelbare Gefahr ausgeht. Dennoch reagieren Körper und Gefühle mit starkem Alarm: Das Herz schlägt schneller, der Atem wird flacher, Schwindel, Zittern oder Beklemmung treten auf – manchmal bis hin zu einer Panikattacke.
Der Verstand gibt Entwarnung, doch die Angst bleibt.
Genau hier setzt meine therapeutische Arbeit an.
In meiner Praxis für Psychotherapie in Göttingen behandle ich Angststörungen, Panikattacken und Phobien mit einem integrativen und ursachenorientierten Ansatz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der analytischen Hypnosetherapie. Ergänzend nutze ich unter anderem verhaltenstherapeutische und körperorientierte Verfahren sowie PEP, die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie.

Wann wird Angst zu einer Angststörung?
Angst ist zunächst eine natürliche und wichtige Schutzreaktion. Von einer Angststörung spricht man, wenn sie übermäßig stark oder anhaltend auftritt, sich zunehmend verselbstständigt und nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr steht.
Typische Beschwerden können sein:
- intensive innere Unruhe oder ein Gefühl drohender Gefahr
- Herzrasen, Beklemmung oder Atemnot
- Schwindel, Benommenheit oder Zittern
- Schwitzen, Hitzewallungen oder Kälteschauer
- Übelkeit oder andere Magen-Darm-Beschwerden
- Angst vor Kontrollverlust, Ohnmacht, Krankheit oder Tod
- Grübeln und wiederkehrende beängstigende Gedanken
- ständiges Beobachten und Kontrollieren des eigenen Körpers
Art und Intensität der Beschwerden können sehr unterschiedlich sein.

Welche Formen von Angststörungen gibt es?
Angststörungen können in verschiedenen Formen auftreten. Mehrere Formen können sich auch überschneiden.
Bei einer Panikstörung treten plötzlich intensive Angstreaktionen auf, häufig begleitet von starken körperlichen Beschwerden. Oft entwickelt sich zusätzlich die Angst vor einer erneuten Panikattacke.
Bei spezifischen Phobien richtet sich die Angst auf bestimmte Situationen oder Objekte, beispielsweise Aufzüge, Flugreisen, Höhen, Tiere, Autofahren, Spritzen oder Erbrechen.
Menschen mit einer Agoraphobie fürchten Situationen, aus denen eine Flucht schwierig erscheinen könnte oder in denen keine schnelle Hilfe verfügbar wäre, etwa öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen oder längere Wege von zu Hause.
Bei einer sozialen Angststörung steht die Sorge im Vordergrund, kritisch beurteilt, abgelehnt oder bloßgestellt zu werden.
Eine generalisierte Angststörung ist durch anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen und eine dauerhafte innere Alarmbereitschaft gekennzeichnet.

Wie entstehen Angststörungen?
Angststörungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Aktuelle Belastungen, körperliche Erkrankungen, biologische Faktoren, frühere Erfahrungen und erlernte Reaktionsmuster können dabei zusammenwirken.
Deshalb beginnt jede Behandlung mit einer sorgfältigen Betrachtung Ihrer individuellen Situation: Wann ist die Angst erstmals aufgetreten? Was löst sie heute aus? Welche Gedanken, Körperreaktionen und Erfahrungen sind damit verbunden?
Häufig zeigt sich, dass eine aktuelle Situation nicht die alleinige Ursache ist, sondern wie ein Schlüsselreiz wirkt. Sie erinnert das innere Alarmsystem unbewusst an frühere Erfahrungen von Unsicherheit, Hilflosigkeit, Kontrollverlust oder Überforderung.
Der Körper reagiert dann so, als bestünde die damalige Gefahr noch heute.
Wie Vermeidung die Angst aufrechterhalten kann
Beängstigende Situationen zu vermeiden, führt kurzfristig meist zu Erleichterung. Langfristig kann Vermeidung jedoch dazu beitragen, dass die Angst bestehen bleibt oder sich weiter ausbreitet.
Betroffene machen dann nicht die Erfahrung, die Situation bewältigen zu können. Stattdessen werden immer mehr Orte, Tätigkeiten oder Begegnungen als gefährlich erlebt.
Zusätzlich kann sich eine ausgeprägte Erwartungsangst entwickeln – die Angst vor der nächsten Angst oder Panikattacke. Der Alltag richtet sich zunehmend danach aus, eine weitere Reaktion zu verhindern.
Eine wirksame Behandlung berücksichtigt daher sowohl mögliche tieferliegende Ursachen als auch die Gedanken, Körperreaktionen und Verhaltensmuster, die die Angst in der Gegenwart aufrechterhalten.
Wer hilft bei Angststörungen?
Angststörungen sind gut behandelbare psychische Erkrankungen und sollten professionell abgeklärt werden.
Insbesondere bei erstmals auftretenden oder starken körperlichen Beschwerden ist eine ärztliche Untersuchung wichtig, um mögliche körperliche Ursachen oder Mitursachen zu berücksichtigen beziehungsweise auszuschließen.
Psychotherapie ist ein zentraler Behandlungsbaustein. Bei ausgeprägten Beschwerden kann zusätzlich eine fachärztliche Mitbehandlung und gegebenenfalls eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein.
In einem Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob eine Behandlung in meiner Praxis zu Ihrer Situation passt oder ob zunächst beziehungsweise ergänzend eine andere Versorgung erforderlich ist.

Psychotherapie mit analytischer Hypnose
In meiner Praxis verbinde ich die analytische Hypnosetherapie mit weiteren psychotherapeutischen Verfahren und richte die Behandlung an Ihrer individuellen Angstproblematik aus.
In Hypnose richtet sich die Aufmerksamkeit stärker nach innen. Dadurch können emotionale Erfahrungen, innere Bilder, Körperreaktionen und unbewusste Verknüpfungen zugänglich werden, die das heutige Angsterleben beeinflussen.
Ziel ist nicht, Erinnerungen zu löschen oder die Angst lediglich mit positiven Bildern zu überdecken. Vielmehr geht es darum, die emotionale Bedeutung früherer Erfahrungen zu verändern, überholte Alarmreaktionen zu aktualisieren und neue innere Erfahrungen von Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit zu ermöglichen.
Nicht immer muss dafür ein einzelnes auslösendes Ereignis gefunden werden. Je nach persönlicher Situation kann die Arbeit stärker ursachenorientiert, ressourcenorientiert, körperbezogen oder auf gegenwärtige Auslöser und Verhaltensmuster ausgerichtet werden.
Ergänzend nutze ich unter anderem Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, körperorientierte Regulation sowie PEP und therapeutisches Klopfen. Dabei erhalten Sie auch konkrete Möglichkeiten zur Selbsthilfe, mit denen Sie akute Anspannung reduzieren und zunehmend selbst Einfluss auf Ihre Angstreaktionen nehmen können.
Auch wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf das Potenzial hypnotischer Verfahren bei Ängsten hin. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019 zeigte, dass Hypnose Angstsymptome im Vergleich zu Kontrollbedingungen deutlich reduzieren konnte. Besonders gute Ergebnisse fanden sich, wenn Hypnose mit weiteren psychotherapeutischen Methoden verbunden wurde.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
In meiner Praxis arbeite ich fokussiert und ursachenorientiert. Viele meiner Patientinnen und Patienten erleben bereits nach wenigen intensiven Sitzungen eine deutliche Entlastung oder Veränderung ihrer Beschwerden.
Häufig kommen Patientinnen und Patienten nach dem Erstgespräch für etwa drei weitere Sitzungen in meine Praxis. In manchen Fällen sind weniger, in anderen deutlich mehr Termine sinnvoll.
Die Dauer der Behandlung hängt unter anderem von der Art und Dauer der Angst, der Einschränkung im Alltag, möglichen weiteren Belastungen und den persönlichen Zielen ab. Ein bestimmter Verlauf oder Behandlungserfolg kann daher nicht zugesichert werden.