
Prokrastination Göttingen - warum wir aufschieben, und was wirklich dahinter steht
Fast jeder kennt es: Eigentlich wollte man längst anfangen – mit dem Lernen, dem wichtigen Anruf, der Steuererklärung. Doch stattdessen räumt man die Küche auf, scrollt durch Social Media oder wartet auf den „richtigen Moment“.
Ein bisschen Aufschieben ist menschlich. Doch wenn das Verhalten zur Gewohnheit wird, spricht man von Prokrastination – im Alltag oft auch „Aufschieberitis“ genannt.
Das Wort stammt aus dem Lateinischen pro cras, was „für morgen“ bedeutet. Prokrastination beschreibt das wiederholte Verschieben wichtiger Aufgaben, obwohl man weiß, dass es langfristig negative Folgen haben kann. Man handelt also gegen das eigene zukünftige Ich – und gerät in einen Kreislauf aus Druck, Schuldgefühlen und Stress.
Warum wir aufschieben
Menschen, die häufig prokrastinieren, sind meist nicht faul oder unmotiviert – im Gegenteil. Sie setzen sich selbst stark unter Druck, haben hohe Ansprüche an sich und fürchten zu versagen. Das Aufschieben ist oft der Versuch, diese unangenehmen Gefühle zu vermeiden. Kurzfristig bringt dies tatsächlich Erleichterung, langfristig führt es zu noch mehr Stress, Versagensängsten und Selbstzweifeln.
Psychologisch gesehen ist Prokrastination eine Form der Selbstsabotage – ein unbewusster Schutzmechanismus. Das Unterbewusstsein will uns vor Überforderung oder Kritik bewahren, erreicht aber das Gegenteil: Wir geraten in einen Zustand innerer Starre, in dem Antrieb und Selbstvertrauen verloren gehen.
Wenn Aufschieben zur Belastung wird
Wer dauerhaft Aufgaben vermeidet, erlebt häufig körperliche und emotionale Symptome: innere Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder Erschöpfung. Viele Betroffene berichten, dass sie sich „wie gelähmt“ fühlen – als könnten sie trotz klarer Einsicht nicht handeln.
Diese innere Blockade hat meist tiefere Ursachen: ungelöste emotionale Konflikte, Perfektionismus, alte Glaubenssätze wie „Ich darf keine Fehler machen“ oder „Ich muss immer stark sein“.
Das Unterbewusstsein hält an diesen Überzeugungen fest, auch wenn sie längst nicht mehr hilfreich sind. Genau hier setzt die analytische Hypnosetherapie an.
Wie Hypnosetherapie bei Prokrastination helfen kann
Die analytische Hypnosetherapie arbeitet dort, wo rationale Einsicht allein oft nicht ausreicht – im Unterbewusstsein. In einem Zustand tiefer Entspannung (Trance) wird der Zugang zu den unbewussten Ursachen der Blockade möglich.
Anstatt nur an der Oberfläche – also am Verhalten – zu arbeiten, geht es darum, die emotionalen Wurzeln zu verstehen und zu verändern.
Ziel der hypnoanalytischen Arbeit ist es, jene inneren Anteile zu erreichen, die durch Angst, Scham oder Überforderung blockiert sind. In der Trance können alte Verknüpfungen gelöst und durch neue, hilfreiche Überzeugungen ersetzt werden – etwa:
- „Ich darf Fehler machen und wachse daran.“
- „Ich bin in der Lage, Aufgaben in meinem eigenen Tempo anzugehen.“
- „Ich kann Verantwortung übernehmen, ohne mich zu überfordern.“
Mit zunehmender innerer Entlastung entstehen wieder Motivation, Klarheit und Selbstvertrauen – die Grundlage für echtes Handeln.
Selbsthypnose und Selbstwirksamkeit
Ein wichtiger Bestandteil der modernen Hypnosetherapie ist die Arbeit mit Selbsthypnose.
Betroffene lernen, diesen Zustand innerer Ruhe selbstständig herbeizuführen – etwa vor schwierigen Aufgaben oder in Phasen hoher Belastung.
Das stärkt die Selbstregulation und hilft, neue Denk- und Handlungsmuster dauerhaft zu verankern.
So wird Hypnose nicht nur zu einem therapeutischen Werkzeug, sondern zu einer Methode der Selbstfürsorge und Selbststärkung.
Wege aus dem Kreislauf
Um Prokrastination zu überwinden, braucht es Verständnis, Geduld und einen liebevollen Umgang mit sich selbst. Folgende Ansätze können unterstützen:
- Ursachen erkennen statt Symptome bekämpfen: Was löst den inneren Widerstand aus?
- Realistische Ziele setzen: Kleine, erreichbare Schritte statt Perfektion.
- Gefühle zulassen: Angst und Scham sind Teil des Prozesses – sie dürfen da sein.
- Selbstmitgefühl entwickeln: Niemand funktioniert immer perfekt.
- Innere Ruhe fördern: Hypnose, Achtsamkeit oder Atemübungen helfen, Stress zu regulieren.
Prokrastination ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal: Irgendetwas im Inneren braucht Beachtung.
Die analytische Hypnosetherapie bietet die Möglichkeit, dieses „Warum“ zu verstehen – und den Druck, der dahintersteht, Schritt für Schritt zu lösen.
Wenn innere Blockaden sich lösen, entsteht Raum für Klarheit, Motivation und Leichtigkeit. So wird aus dem Gefühl des Stillstands wieder Bewegung – und aus Aufschieben ein bewusster, selbstbestimmter Weg nach vorn.
PSYCHOTHERAPIE UND HYPNOSE
astrid kukowski heilpraktikerin für psychotherapie
Göttingen

