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Astrik Kukowski Psychotherapie & Hypnose Göttingen

Epigenetik und Hypnose – wie Erfahrungen unser Erleben prägen und Veränderung möglich wird

Manche Menschen haben das Gefühl, immer wieder in ähnliche Situationen zu geraten – obwohl sie es eigentlich anders machen möchten.

Sie erleben wiederholt Angst vor Ablehnung, übermäßigen Leistungsdruck, Schwierigkeiten, sich zu zeigen, oder ein tiefes Gefühl von Unsicherheit, ohne genau zu wissen, warum.

Oft entsteht dabei eine wichtige Frage:

Woher kommen diese Muster – und warum lassen sie sich manchmal trotz bewusster Anstrengung nur schwer verändern?

Ein Teil der Antwort liegt in einem faszinierenden Forschungsgebiet, das zunehmend in den Fokus von Wissenschaft und Therapie rückt: der Epigenetik.

Unsere Erfahrungen prägen uns – manchmal über Generationen hinweg

Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, wie Erfahrungen und Umweltbedingungen beeinflussen können, wie unsere Gene arbeiten. Dabei wird nicht die DNA selbst verändert, sondern die Art und Weise, wie genetische Informationen genutzt werden.

Jede Zelle unseres Körpers trägt dieselbe genetische Information. Dennoch entstehen daraus unterschiedliche Zelltypen und Reaktionen – abhängig davon, welche genetischen Programme aktiv sind und welche nicht. Diese Regulation wird durch epigenetische Prozesse gesteuert.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Faktoren wie Stress, emotionale Erfahrungen, Bindung, Sicherheit oder Belastung Spuren in der Regulation unseres Nervensystems hinterlassen können.

Der Biologe Dr. Nicola Iovino vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik beschreibt Epigenetik als eine Art zusätzliche Informationsebene, die beeinflusst, wie der Körper auf seine Umwelt reagiert. Stresshormone wie Cortisol können beispielsweise epigenetische Veränderungen in Körperzellen auslösen.

Auch wenn viele Details noch erforscht werden, gilt als gesichert:
Unsere Erfahrungen formen, wie unser Organismus reagiert, sich reguliert und anpasst.

Warum sich manche Muster so vertraut und gleichzeitig belastend anfühlen

Therapeutische Erfahrung und psychologische Forschung zeigen, dass viele emotionale und Verhaltensmuster bereits früh entstehen. Kinder übernehmen unbewusst Einstellungen, Reaktionsweisen und emotionale Muster aus ihrer Umgebung.

Die Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber beschreibt, dass prägende Erfahrungen nicht nur als bewusste Erinnerungen gespeichert werden, sondern auch als sogenannte „verkörperte Erinnerungen“. Diese beeinflussen, wie wir fühlen, denken und reagieren – oft, ohne dass uns dies bewusst ist.

Das erklärt, warum Menschen manchmal in Stresssituationen auf vertraute Muster zurückfallen, selbst wenn sie diese eigentlich überwinden möchten. 

Nicht, weil sie es nicht besser wissen, sondern weil ihr Nervensystem gelernt hat, auf eine bestimmte Weise zu reagieren.

Veränderung ist möglich – das Nervensystem bleibt lebenslang anpassungsfähig

Eine wichtige Erkenntnis der modernen Neurowissenschaft und Epigenetik ist:

Die Regulation unseres Nervensystems ist veränderbar.

Der Organismus kann lernen, sich neu zu regulieren. Neue Erfahrungen können neue innere Stabilität ermöglichen.

Therapie unterstützt diesen Prozess, indem sie dem Nervensystem hilft, alte Anpassungsreaktionen zu aktualisieren und neue, stabilere Regulationszustände zu entwickeln. Dieser Prozess geschieht nicht durch reine Willensanstrengung, sondern durch eine tiefere Reorganisation innerer Regulationsmechanismen.

Familiäre Muster verstehen – und den eigenen Weg finden

Familiäre Muster entstehen oft über viele Jahre und Generationen hinweg. Sie sind Ausdruck von Anpassung, Schutz und Erfahrung.

Gleichzeitig bedeutet das: Was entstanden ist, kann sich auch verändern.

Bewusstwerdung und therapeutische Arbeit können helfen, diese Muster zu verstehen und neue innere Stabilität zu entwickeln. Viele Menschen erleben dadurch mehr Selbstvertrauen, innere Sicherheit und Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wie analytische Hypnosetherapie diesen Prozess unterstützen kann

Analytische Hypnosetherapie kann einen Zugang zu den unbewussten Regulationsprozessen, die hinter anhaltenden Mustern stehen ermög. In einem Zustand tiefer innerer Ruhe wird es möglich,

  • die ursprünglichen Anpassungsreaktionen zu erkennen
  • überholte Schutzmechanismen zu lösen
  • das Nervensystem neu zu regulieren
  • und ein stabileres inneres Gleichgewicht zu entwickeln.

Dabei geht es nicht darum, belastende Erfahrungen erneut zu durchleben, sondern dem Organismus zu ermöglichen, Anpassungen loszulassen, die heute nicht mehr notwendig sind.

Viele Menschen berichten, dass sich dadurch nicht nur Symptome verändern, sondern auch ein grundlegendes Gefühl von Sicherheit, Stabilität und innerer Freiheit entsteht.

Veränderung ist möglich – unabhängig von der Vergangenheit

Auch wenn bestimmte Muster lange bestanden haben, bedeutet das nicht, dass sie dauerhaft bestehen bleiben müssen. Unser Nervensystem bleibt ein Leben lang lernfähig.

Analytische Hypnosetherapie unterstützt diesen natürlichen Veränderungsprozess und hilft dem Organismus, sich freier, stabiler und sicherer zu regulieren.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Erkenntnisse aus Epigenetik, Neurobiologie und Hypnoseforschung zeigen, dass Erfahrungen die Regulation unseres Nervensystems beeinflussen können und dass diese Regulation grundsätzlich veränderbar bleibt. Studien belegen, dass therapeutische Prozesse adaptive Veränderungen in neuronalen und regulatorischen Systemen unterstützen können (Houtepen et al., 2016; Yehuda & Lehrner, 2018; Landry et al., 2017; Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik).

PSYCHOTHERAPIE UND HYPNOSE

astrid kukowski heilpraktikerin für psychotherapie

Göttingen

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